Reif für die Insel?

Die «Musikinsel» Rheinau ist im Bau, ab Mai 2014 steht die altehrwürdige Klosteranlage Orchestern, Chören und Ensembles als Probezentrum zur Verfügung. Ein Augenschein vor Ort.

Proberaum im alten Konventbau, Fotos: Stefan V. Keller,SMPV

Der Ort hat etwas Magisches. Rheinau liegt im zürcherischen Weinland nahe bei Schaffhausen, direkt am Rhein und an der Grenze zu Deutschland. Man fährt durch das hübsche Dorf mit alten Riegelhäusern hinunter an den Rhein auf den Klosterplatz: Von hier aus führt eine Brücke auf die Insel mit der wuchtigen Klosteranlage.
An zwei dreistöckigen Flügeln wird zurzeit mächtig gebaut. Seit dem Jahr 2000 standen die Räume leer, Nutzungsideen – Schulungszentrum, Museum, Internat, Resort-Hotel – scheiterten an den fehlenden Investoren. Nun entsteht in diesem grossartigen Baudenkmal ein Musikhotel mit 16 modern ausgestatteten Proberäumen verschiedenster Grösse, dazu 63 Gästezimmer und eine Küche mit Esssaal für die Musikerinnen und Musiker, die sich hierher zurückziehen möchten, um mit ihrem Chor, ihrem Orchester oder ihrem Ensemble ein paar Tage intensiv zu proben. Möglich macht dies die Stiftung Schweizer Musikinsel Rheinau. Sie wurde 2009 von Christoph Blocher gegründet und investiert 2.7 Millionen Franken. Den Kanton Zürich kostet der Umbau 28.5 Millionen.

Klang
Der Blick durch die Fenster auf den Rhein ist fantastisch, die Klosteranlage ist direkt ans Wasser gebaut. Man steht in einer Klosterzelle, die nun zu einem schön «designten» Hotelzimmer mit Nasszelle umgebaut ist, und der Fluss fliesst mächtig vorüber: Innehalten ist hier die Devise, tief durchatmen, die Ruhe ist in dieser Abgeschiedenheit intensiv, das Licht, die Kulturlandschaft und die Natur einzigartig.

Doch wie ruhig ist es hier noch, wenn mehrere Ensembles gleichzeitig proben möchten? «Wir haben einen Akustiker beigezogen: Eckhard Kahle aus Karlsruhe, der auch beim KKL Luzern mitwirkte», erklärt Patrick McEvily von der Stiftung Musikinsel während unseres Rundgangs. «Einerseits müssen die Räume so gut isoliert sein, dass sich die Ensembles nicht gegenseitig stören. Aus diesem Grund kann man bei uns auch keine verstärkte Musik proben. Andererseits muss die Akustik im historischen Saal drin für Musik gut sein. Dafür haben wir fest installierte und mobile Akustikelemente anfertigen lassen, die man an der Wand befestigen kann.»

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Musiksaal

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