Die Macht des Bösen

Das spanisch-katalanische Künstlerkollektiv La Fura dels Baus kombiniert Debussys «La Damoiselle élue» mit Honeggers dramatischem Oratorium. Ein Abend, der eine Reise lohnt.

Johanna Wokalek (Jeanne dʼArc; Bildmitte) und Ensemble. Foto: Barbara Aumüller

Während Arthur Honegger soeben aus dem Portmonnaie verschwindet (glücklich die Schweizer, die ihre Künstler so lange auf den Geldscheinen haben mit sich tragen dürfen!), steht er nördlich des Rheins noch und wieder auf dem Spielplan – aktuell auf dem der Oper Frankfurt mit einer fulminanten Inszenierung seines dramatischen Oratoriums Jeanne d’Arc au bûcher (1935). Nach 1949 und 1968 gelangt damit das gänzlich solitäre Werk bereits zum dritten Mal auf die Bühne der Main-Metropole. Eine besondere Aufführungstradition ist damit freilich weder verbunden noch ausgerufen – und dennoch kann das Werk in der Inszenierung von Àlex Ollé und seinem international so erfolgreichen spanisch-katalanischen Kollektiv La Fura dels Baus auch als ein Reflex auf die Wirklichkeit (wenigstens von Teilen dieser Welt) gesehen und gehört werden: machtpolitische Ränkespiele, Schauprozesse und der Verfall der einst auf Solidarität gegründeten Zivilgesellschaft.

Grandios zwischen den Gattungen

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