Sprengen von Zeit
Das Theater Basel zeigt die Schweizer Erstaufführung der 1980 entstandenen Oper «Satyagraha» von Philip Glass, eine Koproduktion mit der Komischen Oper Berlin und der Vlaamse Opera Antwerpen. Das Libretto in Sanskrit stützt sich auf Verse des altindischen Epos «Bhagavad Gita».

Zeit zum Sinnieren: Knapp drei Stunden dauert diese Oper, die eher dem Weichen frönt. Wohlig bettet das minimalistische Kreisen der Musik die Hörer. Keine Dissonanzen stören, keine Brüche, schon gar keine Abgründe. Auf dem flauschigen Teppich des amerikanischen Komponisten Philip Glass bewegen sich Tänzer. Sie nehmen den kreisenden Gestus auf: Arme verkörpern Wellen, Füsse huschen mal geschmeidig, mal akrobatisch über die leere, nach vorn kippbare Bühne des Theaters Basel.
Eine Handlung im strengen Sinne gibt es nicht. Glass verglich seine 1980 komponierte Oper Satyagraha mit einem Fotoalbum. Ein «Leben in drei Bildern» könnte es auch heissen. Einblicke gibt es in entscheidende, frühe biografische Stationen des indischen Widerstandskämpfers Mohandas Karamchand Gandhi, später bekannt als Mahatma Gandhi: Sein Leben in Südafrika kommt auf die Bühne, der Protestmarsch von Newcastle im Jahr 1913 oder auch sein Leben auf der genossenschaftlich organisierten Tolstoi-Farm.
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